Ambulante Operation an der weiblichen Brust

Im nachfolgenden erfahren Sie, liebe Patientin, etwas über den Ablauf einer, möglichst Brusterhaltenden, ambulanten Operation an ihrer Brust:

Es erfolgt zunächst eine Vorbereitung für Sie im Sinne einer ausführlichen Aufklärung in einem persönlichen Gespräch mit dem Operateur. Routinemäßig sind entsprechend auch über eine Blutabnahme Laborbefunde zu erheben. Es erfolgt die Vereinbarung eines Operationstermines an dem Sie streng nüchtern mit Ihren entsprechenden Unterlagen ( z.B. Anästhesieprotokoll, Datenmäßigem Laufzettel, etc.) erscheinen.
Sie können dabei zwar selbst mit Ihrem PKW kommen und ihn in einem der benachbarten Parkhäuser unterstellen. Sie müssen jedoch vorab organisieren, dass Sie zu einer vorher festgelegten Uhrzeit abgeholt werden, - denn Sie dürfen nach einem operativen Eingriff wegen der Narkoseleistung nicht selber Autofahren! Nach dem Gesetzgeber sind Sie 24 Stunden nach einer Narkose nicht "geschäftsfähig"!

Am Operationstag erfolgt zunächst eine präoperative Markierung des zu entnehmenden Gewebebezirkes und eine nochmalige Erklärung der möglichen Schnittführungen. Danach kommen Sie zur Vorbereitung in die eigentliche Tagesklinik und anschließend in den Operationssaal. Dort erhalten Sie dann für die Dauer des Eingriffs die Narkose, die Sie zuvor ausführlichst mit der Anästhesistin bzw. dem Narkosearzt abgesprochen haben.

In der Narkose erfolgt zunächst durch den Operateur eine weitere Markierung des Operationszielgebietes, z.B. durch einspritzen eines Farbkontrastmittel.

Entsprechend der vorher festgelegten Schnittführung erfolgt nun die Eröffnung der Haut und die Freilegung des zuvor markierten Brustgewebebezirkes und die Entnahme. In der Regel geht diese Entnahme dann sofort ins Zentrum für Pathologie zur Schnellschnittuntersuchung. Die Befundübermittlung erfolgt ca. 10 Minuten nach Eintreffen in dem Pathologischen Institut. Die entscheidenden Kriterien für die Schnellschnittuntersuchungen sind:

Der Operateur wird damit in die Lage versetzt, entweder den operativen Eingriff zu beenden, oder entsprechend der Angaben des Pathologen weiteres Gewebe zu entfernen.

Um den Pathologen diesbezüglich eine klare Empfehlungsmöglichkeit zu geben, erfolgt die Übersendung des Präparates auf einer spezielle Einrichtung ( Board ) auf der eine entsprechende Markierung der jeweiligen Geweberichtungen möglich ist. Dabei ist mittels dieser Einrichtung auch eine Röntgenuntersuchung des Operationspräparates möglich, - um z.B. zu kontrollieren, ob einen zuvor in der Mammographie diagnostizierten Mikrokalk als solchen auch vollständig im Operationspräparat als erfasst zu verifizieren.

Ist die Entfernung des erkrankten Gewebe gesichert, erfolgt die Einlage einer Saugdrainage in das Operationswundgebiet, um einen postoperativen Sekretstau mit entsprechenden möglichen Komplikationen für die Wundheilung zu vermeiden.
Je nach Größe des entstandenen Gewebedefektes, wird jetzt das anliegende Gewebe so mobilisiert, dass eine kosmetische Deckung des entstandenen Defektes mit gleichzeitigem kosmetischem Wiederaufbau der Brust möglich ist. Nahezu in allen Fällen der Brusterhaltenden Operationen ist es möglich mittels dieser modernen Operationsmethoden einen Wiederaufbau zu erreichen, bei dem kein Defekt ("Loch") befürchtet werden muss.
Ich selbst schließe dann den Hautschnitt mit zwei Nähten:

  1. einer von mir entwickelten speziellen Unterhautnaht
  2. endgültig durch einen, in der Haut fortlaufenden Faden.

Hierdurch ist es Ihnen als Patientin z.B. schneller möglich, wieder zu duschen.
Es erfolgt jetzt ein dreischichtiger Wundverband mit einer Kompression je nach Ausgangslage des operativen Eingriffes.

Nach Beendigung der Operation werden Sie in den Aufwachraum zurückgefahren, schlafen aus und nach Erwachen freuen Sie sich auf Ihr Getränk und dass Sie endlich etwas zu Essen bekommen. Wenn Sie dann endgültig wieder " top fit" sind werden Sie dann, wie zuvor organisiert, abgeholt.

Selbstverständlich haben Sie für den gesamten postoperativen Zeitraum die direkten telefonischen Verbindungsmöglichkeiten sowohl der Narkosefachärzte als auch des Operateurs.
Unter Umständen werden sich Beide mit Ihnen am Operationsabend noch einmal telefonisch in Verbindung setzten, um sich nach Ihrem Wohlbefinden zu erkundigen.

Es folgt dann die regelmäßige postoperative Versorgung, (Verbandswechsel, Faden ziehen und Drainage entfernen, etc.) bei Ihrem Primärarzt oder dem Operateur.

Bitte beachten Sie:
Vom ersten Kontakt mit Ihren evtl. späteren Operateur bis zum Abschluss der postoperativen Versorgung werden Sie bei ambulanter Durchführung dieses Eingriffes stets von einem Facharzt behandelt, - was neben den anderen Vorzügen einer ambulanten Durchführung eines operativen Eingriffes im Vergleich zur Klinik vielleicht auch in Ihrer Entscheidungsfindung für einen ambulanten oder stationären durchzuführenden Eingriff mit einfließen sollte.

Der Kongresspräsident der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. Herr Prof. Dr. Rolf Kreienberg Universitäts Frauenklinik und Poliklinik Ulm stellt zum Disease Management Mammakarzinom untern anderem fest:
"Die logistischen Grundlagen für Diagnostik und Therapie müssen vom Versorgungsbedarf ausgehen und sich an den diagnostischen und therapeutischen Notwendigkeiten orientieren. Sie sind - nicht zwingend - an stationäre oder ambulante Strukturen gebunden."

 

zum Anfang   Hinweise   zur Homepage